Kristina Haller „Eiszeit“

Themenpreis der Literaturwoche Winter 2010

Thema: „Eiszeit“

Der Schnee fällt sanft auf die Wiesen,
Der Wind schläft, es rührt sich kein Baum,
Still sind die knorrigen Riesen,
Ihre Äste regen sich kaum.

Die Sonne steht blass in der Ferne,
Hat den Himmel kaum heller gemacht,
Und schon früh erleuchten die Sterne
Und es beginnt die lange Nacht.

In den wenigen hellen Stunden,
Wenn die Sonne leuchtet so matt,
Dreht der eisige Wind seine Runden
Und heult durch unsere Stadt.

Dann erwachen die starren Bäume,
Denn der Wind ist stark und schnell,
Zu schön war’n ihre Träume
Vom Sommer, warm und hell.

Den Menschen schmerzen die Ohren,
Finger und Zehen tun weh,
Und mancher ist auch erfroren
Im tiefen, glitzernden Schnee.

Der Herbst ist längst verronnen,
Der Frühling liegt noch weit,
Als hätt’ eine Eiszeit begonnen
Für alle Ewigkeit.

Kristina Haller, 12 Jahre, Berlin