Mareike Dottschadis „Innere Uhr“

Preis für den besten Text der Literaturwoche Winter 2009

Mir tickt der Ehrgeiz im Schädel, tickt in den Nieren mir,
tickt mir im Blut. Ich packe die Nerven
und ziehe sie fest, fest um die Knochen.
Nicht kopflos sein.
Perfekter Plan Ich, in seiner Spur
schwimme ich
und jeder schwimmt schneller vorbei.
Laut tickt es in mir, sie müssen es hören
doch niemand harrt aus, sie streben vorbei.

Mir tickt der Ehrgeiz im Schädel, tickt mir im Blut,
tickt in den Nieren mir. Ich ziehe die Nerven
um Knochen, packe sie fest.
Nicht sein ohne Kopf. Nach seinem
Ton schwimme ich, jage den Plan, das perfekte
Ich. Ein Knacken im Kopf
sie müssen es hören
es ächzt mir der Schädel, doch niemand harrt aus,
sie streben vorbei.

Ehrgeiz tickt lauter im Schädel mir, tickt in den Nieren,
tickt mir im Blut und tickt und tickt.
Ich ziehe die Nerven so fest, ich packe,
ich knote um Knochen sie mir, nur
nicht sein ohne Kopf. In mir
tickt es lauter, sie müssen doch hören, so laut
es reißen die Nerven, es knackt mir der Schädel,
er bricht, es fliegt das Ticken vorbei, es fliegt
aller Plan vorbei und sie streben
voran und ich
harre aus.

Mareike Dottschadis, 18 Jahre, Berlin